Lesen Sie hier, was es Neues in der Nordstadt gibt. Wichtige Termine rund um den Verein, das Nordstadtzentrum oder andere Angebote im Stadtteil
Möchten auch Sie Ihre Veranstaltung ankündigen, sprechen Sie uns an.
Wir freuen uns auf interessante Hinweise aus der Nordstadt!!!
Liebe Nordstädter,
Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage rücken näher. Wir wünschen von Herzen gemütliche Weihnachtstage mit vielen schönen Momenten, viel Freude und falls gewünscht natürlich auch viel Ruhe, vor allem aber hoffen wir, dass niemand die Tage alleine verbringen muss.
Wir wünschen für das neue Jahr viel Glück, Liebe, Zufriedenheit und gute Gesundheit! Ein neues Jahr heißt neue Hoffnung, neues Licht, neue Gedanken und neue Wege zum Ziel.
Wir möchten uns zugleich für den Einsatz von so vielen Bewohnern hier im Stadtteil bedanken. Dies ist toll und definitiv nicht. selbstverständlich. Nordstadt eben - einfach klasse!
Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen hier im Nordstadtzentrum oder auch unterwegs in der Nordstadt.
Ausdrücklich bedanken möchten wir uns auch für die tolle Unterstützung und Zusammenarbeit bei der Stadt Gießen sowie den enorm engagierten Kooperationspartnern hier vor Ort. Nur aufgrund dieser Unterstützung können wir als Nordstadtzentrum erfolgreich arbeiten!
Ihr / Euer Team aus dem Nordstadtzentrum

Das Foto zeigt unseren im Rahmen des Tannenzaubers am 27. November mit den Kindern und den Kitas geschmückten Nordstadt-Weihnachtsbaum.
Der Nordstadtverein Gießen mit Quartiersmanager Chris Koch lädt Sie herzlich zur nächsten Sitzung des Runden Tischs Flussstraßenviertel am Dienstag den 16. Dezember um 18 Uhr, ein.
Die Veranstaltung findet im großen Saal des Nordstadtzentrums statt.
Wir freuen uns auf die Bewohner des Flussstraßenviertels und natürlich auch auf weitere Interessierte am Runden Tisch und den Entwicklungen im Quartier!
Für Getränke und einen kleinen Snack ist gesorgt.
Alles Weitere entnehmen Sie bitte dem Flyer unterhalb.
Am Freitag, den 12. November 2025, von 10:00 bis ca. 11:30 Uhr laden Ernährungsrat Gießen, Aktion-Perspektiven, Stadt Gießen und der Nordstadtverein Gießen zu einem Vortrag mit Fragerunde ein. Dr. Marzieh Shafiee Hajiabad zum Vortrag "Gesunde Ernährung im Alltag" ein.
Der Eintritt ist frei.
Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern freut sich der Nordstadtverein auf eine schöne Veranstaltung und zahlreiche Besucher!
Alles Weitere entnehmen Sie bitte dem Flyer unterhalb.
(Vergrößerung durch direktes Klicken auf den Flyer):
Liebe Nordstädter,
am Sonntag, den 14. Dezember, von 12-14 Uhr findet wieder "Supp un Schwätze" statt. Diesmal im großen Saal des Nordstadtzentrums. Es gibt Lauchsuppe und eine vegane Gemüsesuppe gekocht von Hendrik Engel.
Wir freuen uns auf unsere Partner von Werkstattkirche und Gesamtkirchengemeinde, sowie unsere tollen, engagierten ehrenamtlichen Helfer und unsere Unterstützter der Stadt Gießen.
Vor allem aber freuen wir alle uns darauf unsere Gäste aus der Nordstadt zu bewirten!
Von Rüdiger Schäfer
Laut Sven Daniel wächst die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen in allen extremistischen Szenen an. © Rüdiger Schäfer
Rechtsextremismus grassiert in sozialen Medien und radikalisiert Kinder. KOREX-Experte Sven Daniel warnt vor alarmierender Entwicklung.
„Die Zukunft unseres Landes, da bin ich mir sicher, wird im Netz entschieden“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum 36. Jahrestag des Mauerfalls. „Nie in der Geschichte unseres wiedervereinten Landes waren Demokratie und Freiheit so angegriffen.“ Diese seien aktuell bedroht durch rechtsextreme Kräfte, „die unsere Demokratie angreifen und an Zustimmung in der Bevölkerung gewinnen“. Doch wie machen die das?
Wie bereits Grundschüler und Jugendliche mit rechter Propaganda infiltriert werden, berichtete Sven Daniel, Leiter von KOREX. Dieses Kompetenzzentrum Rechtsextremismus ist für die Rechtsextremismusprävention des Landesamtes für Verfassungsschutz Hessen (LfV) verantwortlich und bietet aufklärende (Primärprävention) und beratende Prävention (Sekundärprävention) an. Der Nordstadtverein und DEXT, die Fachstelle für Demokratieförderung und Phänomen-übergreifende Extremismusprävention, hatten zu der Veranstaltung „Rechtsextremistische Radikalisierung von Minderjährigen insbesondere durch Soziale Medien“ ins Nordstadtzentrum eingeladen.
Seit 2024 gebe es bundesweit gewalt- und aktionsorientierte Jugendgruppen, die nicht nur im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Störaktionen gegen öffentliche Veranstaltungen zum Christopher Street Day (CSD) in Erscheinung träten, sagte Daniel. „Die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen wächst in allen extremistischen Szenen stark an.“ Von den neuen Gruppen gehe eine abstrakte Gefährdung von Leib und Leben für Linke, Migranten und queere Menschen aus. „Wir sehen eine besonders starke Zunahme von Straftaten unter Jugendlichen und Heranwachsenden.“ Die Täter würden immer jünger. „Früher 17-, 18-jährig, sind sie jetzt oft erst 13 oder 14.“
Vorfälle an Grundschulen
Auffällige Tendenz sei, dass das Lebensalter von radikalisierten Schülern deutlich gesunken sei. Erstmals habe es rechtsextremistische Vorfälle an Grundschulen gegeben. Dass Hakenkreuze und generell Rechtsextremismus auf TikTok „irgendwie normal“ sei und man „ständig damit konfrontiert“ werde, habe ein Schüler einer neunten Klasse von sich gegeben.
Wer weiß denn wirklich, wie in diesem Alter getickt wird? Ein Schüler einer zehnten Klasse einer Gesamtschule habe zu seinen rechtsextremistischen Veröffentlichungen/(Re-)Postings ausgesagt: „War einfach nur ein Trend. Das habe ich gemacht, weil es jeder macht. Es ging auch um Likes, Aufmerksamkeit und Anerkennung. Auch in der Klasse sind andere ganz anders mit mir umgegangen. So habe ich mehr Respekt und Anerkennung erhalten. Bin ich selbstbewusster geworden. Habe mich erwachsener gefühlt. Ich bin kein Rechtsextremist. Das ist doch nur TikTok.“
Schüler berichteten, dass sie Tag für Tag Hitler und Hakenkreuze auf TikTok gepusht bekämen. „Die Rechtsextremisten sind generell Medienprofis“, so der Experte. Sie wüssten, wie man den Algorithmus richtig bediene. Memes werden als virtuelle Waffe der Metapolitik eingesetzt. Unter Memes versteht man im Internet verbreitete Medieninhalte wie Bilder, Videos oder Texte, die sich durch humorvolle oder sarkastische Inhalte, schnelle Verbreitung und häufige Modifikation auszeichnen.
„Die Menschen sprechen mehr auf Bilder an, denn auf Text. Mit Bildern kann man hervorragend psychologische Kriegsführung betreiben und sein Narrativ unters Volk bringen sowie die öffentliche Meinung beeinflussen.“ Die Kernbotschaft der grassierenden Memes sei: „Mach dich fit, mach dich schlau! Organisier dich und rette dein Land!“ Botschaften auf Bildern hießen: „Bald sind wir Minderheit in unserem eigenen Land.“ Und „Lieber Kürbisse pürieren als Kriminelle importieren.“ Junge Menschen ließen sich eher beeinflussen als ältere. „Politische Bildung müssen wir neu denken und früher damit beginnen“, so Daniels Forderung.
Von den Rechtsextremisten werde das Gewaltmonopol des Staates in Frage gestellt, was Selbstjustiz hervorrufe. Ein Faktencheck werde nicht akzeptiert. Bei ihnen und ihren Gesinnungsgenossen zähle der Glaube, also nur das, was sie für wahr halten. „Die sozialen Medien werden von Rechtsextremisten alltäglich überschwemmt.“ Dies führe zur Konsumgewohnheit. Eine hundertmal wiederholte Lüge werde zur Wahrheit.
Sehr hohe Unzufriedenheit
Birgit Schlathöfer, Leiterin von DEXT, äußerte große Besorgnis über die Zunahme des Rechtsextremismus. Lutz Perkitny, Leiter des Nordstadtzentrums, gab dem Referenten seine Sicht bezüglich des hohen Anteils der Wählerstimmen für die AfD bei den Nordstadtbewohnern mit auf den Heimweg: „Die Leute hier bleiben auf der Strecke.“ Die Unzufriedenheit unter ihnen sei sehr hoch. „Wenn uns die Auflösung dieser Verdrossenheit nicht gelingt, werden wir das Problem nicht lösen.“
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