Lesen Sie hier, was es Neues in der Nordstadt gibt. Wichtige Termine rund um den Verein, das Nordstadtzentrum oder andere Angebote im Stadtteil
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Wir freuen uns auf interessante Hinweise aus der Nordstadt!!!
Am Freitag, den 16. Oktober kommt Stadtrat Arman zu Besuch ins Nordstadtzentrum.
Um 14 Uhr steht er als Sozialdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnbau für Fragen und Anliegen zur Verfügung!
Wir hoffen freuen uns auf viele Nutzer dieses Angebots!
Jeder Interessent ist herzlich eingeladen. Francesco Arman freut sich auf Ihre Fragen!
Von Rüdiger Schäfer
Hier köchelt die philippinische Reissuppe von Percy. Im Hintergrund Lutz Perkitny und Chris Koch (Quartiersmanager Flussstraßenviertel) © Rüdiger Schäfer
Beim 14. Suppenfest des Nordstadtvereins verwandelte sich die Sudetenlandstraße in eine internationale Suppenküche. Drei Sechstklässlerinnen nutzten das Fest sogar für ein Schulprojekt.
Gießen – Besser hätte es kaum passen können. „Am Morgen kalt, sodass die Leute Verlangen auf ein warmes Süppchen haben. Und jetzt am Mittag herrlicher Sonnenschein“, freute sich Lutz Perkitny, Leiter des Nordstadtzentrums. Tatsächlich spielte das Wetter beim 14. Suppenfest des Nordstadtvereins perfekt mit. Erst Appetitmacher durch kühle Temperaturen. Anschließend blauer Himmel über dem Grünstreifen an der Sudetenlandstraße.
Und dort brodelte es gewaltig. Auf 37 Kochstellen standen unterschiedlichste Suppenvariationen bereit. Mehr als 1000 Portionen hatten Bewohner der Nordstadt und zahlreiche Kooperationspartner vorbereitet. Türkische, eritreische, syrische, kurdische, philippinische, pakistanische und südamerikanische Rezepte gehörten ebenso dazu wie die afrikanische „Königinnen-Agodjie-Suppe“ aus Benin von Achille Laki oder eine klassische deutsche Erbsensuppe von Lucie Betram.
Kulinarischer Streifzug durch die Welt
Was auf den ersten Blick wie ein kulinarischer Streifzug durch die Welt wirkte, ist längst zu einer festen Tradition im Quartier geworden. Zum 14. Mal verwandelte sich der nördliche Rand des Flussstraßenviertels für einige Stunden in eine große Suppenküche. Um 11.30 Uhr wurde das Fest offiziell eröffnet, wenig später waren die ersten Schüsseln gefüllt und das Probieren begann.
Mit dabei war auch das nahe gelegene Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Kunst- und Ethiklehrer Markus Lepper berichtete, dass die Schülervertretung ausdrücklich darauf bestanden habe, eine vegane Suppe zuzubereiten. Suppe zubereiten passte zugleich zum diesjährigen Geschichtswettbewerb der Schule unter dem Motto „Über den Tellerrand“.
Und genau das taten drei Schülerinnen der Klasse 6d im wahrsten Sinne des Wortes. Amelie, Annabelle und Tolin führten erste Interviews mit Suppenlöffelnden und sammelten Kontaktdaten für spätere Gespräche. Sie interessieren sich dabei für die Vielfalt der Kulturen, unterschiedliche Arten der Essenszubereitung und für die Geschichten hinter den Rezepten. Aus dem Suppenfest wird damit zugleich Anschauungsunterricht direkt vor der Schultür.
Gerade diese Mischung macht das Fest seit Jahren aus. Es geht nicht allein darum, möglichst viele Suppen zu kosten. Zwischen den Ständen kamen Bewohner miteinander ins Gespräch, Rezepte wurden ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft. Jung und Alt saßen auf den aufgestellten Bänken zusammen, während sich vor besonders beliebten Töpfen schnell Schlangen bildeten. Manche Lieblingssorten waren am Ende vollständig ausgelöffelt.
Beteiligt waren neben Bewohnern unter anderem die Purik-Tanzgruppe, der Türkische Kunstmusik- und Kulturverein, der Alevitische Kulturverein, die Jugendgruppe der Türkisch-Muslimischen Gemeinde Gießen, der Mesopotamische Kulturverein sowie das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium.
So wurde aus etwas scheinbar Einfachem – einem Teller heißer Suppe – erneut ein Stück gelebte Nordstadt. Und das Wetter? Das servierte zum Nachtisch noch reichlich Sonne.
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Von Rüdiger Schäfer
Sehr zufrieden zeigt sich Lutz Perkitny (Vierter von links), Leiter des Nordstadtzentrums, am Rande des Geschehens. © Rüdiger Schäfer
Zum traditionellen Nordstadtfest am Wochenende drängten sich bei Spätsommerwetter die Besucher rund um das Nordstadtzentrum in der Reichenberger Straße. Rund 50 Initiativen, Vereine und Organisationen beteiligten sich an dem Fest.
Gießen – Wieder einmal hat sich der große Aufwand für das Nordstadtfest am Wochenende gelohnt. „Die Hütte war voll“, resümierte Lutz Perkitny, Leiter des Nordstadtzentrums, das vom Nordstadtverein betrieben wird. „Wir haben in den vergangenen Jahren eigentlich immer gutes Wetter gehabt.“ Und auch dieses Mal spielte Petrus mit: Bei angenehmem Spätsommerwetter drängten sich die Besucher rund um das Nordstadtzentrum in der Reichenberger Straße.
Vielseitiges Programm und Spezialitäten
Schon früh zeigte sich, dass die Mischung wieder einmal stimmte: Musik, Tanz, Kinderprogramm, Informationen – und vor allem jede Menge zu essen. Afrikanische, südamerikanische und orientalische Spezialitäten konkurrierten mit der guten alten Bratwurst um die Gunst der Besucher. Wer hungrig auf das Festgelände gekommen war, musste es jedenfalls nicht wieder so verlassen.
Den traditionellen Startschuss hatte der Fanfarenzug Zauberklang gegeben. Mit einem Marsch durch die Nordstadt zog er zum Nordstadtzentrum, wo das Bühnenprogramm begann. Bald war auf dem Gelände kaum noch ein Durchkommen. Für zusätzlichen Grund zur Freude sorgte Ilona Roth vom Vorstand der Sparkasse Gießen. Sie übergab eine Spende in Höhe von 600 Euro.
Danach gehörte die Bühne über Stunden den unterschiedlichsten Gruppen aus dem Stadtteil und darüber hinaus. Moderiert wurde das Programm von Nordstadt-Urgestein Robel Ambaye. Kita-Kinder standen ebenso im Rampenlicht wie das junge Gesangstalent Luna. Die Breaker von Blau-Gold Gießen wirbelten über die Bühne, die Handai-Gruppe des Eritreischen Frauenvereins präsentierte sich ebenso wie die von Paola Paßberg geleitete Latino-Tanzgruppe Purik sowie der Türkische Kunstmusik- und Kulturverein.
Damit war das Programm längst nicht erschöpft. Kinder des Kurdischen Tanzvereins traten auf, Nordstadt-Breaker Jay Motion zeigte sein Können und der erst 15-jährige Simeon aus dem Troppauer Gebiet griff zum Keyboard. Die Folkloregruppe des Alevitischen Kulturvereins brachte mit Baglama und Saz weitere musikalische Farbe auf die Bühne. Für reichlich Bewegung vor und auf der Bühne sorgte einmal mehr Tess de la Cruz mit ihrem Zumba-Team. Artur Bondalier und die LLG-Schulband heizten ebenfalls ein, bevor Robel Ambaye gemeinsam mit „Velvet Recover“ für einen der Höhepunkte des Abends sorgte.
Doch das Nordstadtfest wäre nur halb so viel wert, wenn sich alles allein auf der Bühne abspielen würde. Rundherum herrschte mindestens ebenso viel Betrieb. Hüpfburg, Glücksräder, Gewinnspiele, Tombola, Bastelangebote, Kinderschminken und Kinder-Tattoos ließen vor allem beim Nachwuchs kaum Langeweile aufkommen. Auch die Polizei war mit einem Einsatzwagen vertreten, der von Schutzfrau Julia Schulz betreut wurde.
Wer sich informieren wollte, wurde auf der sogenannten Infomeile fündig. Dort präsentierten sich unter anderem die Wohnbau Gießen und der Stromsparcheck. Auch Projekte des Nordstadtvereins wie die Bienengruppe „Summerei“ stellten ihre Arbeit vor.
Überhaupt lebt das Fest davon, dass nicht einige wenige organisieren und der Rest nur zuschaut. Zahlreiche Bewohner packten bereits bei den Vorbereitungen mit an, halfen beim Aufbau der Bühne und des übrigen Equipments. Haupt- und Ehrenamtliche von Vereinen, Initiativen, Bildungsträgern und Projekten standen anschließend an den Ständen Rede und Antwort.
Miteinander ins Gespräch kommen
Rund 50 Initiativen, Vereine und Organisationen sowie zahlreiche Anwohner beteiligten sich nach Angaben des Nordstadtvereins am Fest. Und genau darin lag wohl erneut dessen besondere Stärke: Menschen unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Herkunft kamen miteinander ins Gespräch, feierten gemeinsam und zeigten, wie bunt der Stadtteil ist.
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Am 18.09.2026 findet am Ederspielplatz, wie schon in den vergangenen Jahren, ab 15:30 Uhr der Spielplatznachmittag statt. Flussstraßen-Quartiersmanager Chris Koch freut sich auf viele Besucher!
Alles Weitere entnehmen Sie bitte dem angehängten Flyer.
Von: Stephan Scholz
Die Sanierung der Rotklinkersiedlung wurde auch mit Mitteln aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert. © Red
In Gießen entwickeln sich fünf Quartiere durch Städtebauförderprogramme. Die Stadt hat nun umgesetzte Maßnahmen genannt – vom Spielplatz bis zum Quartiersmanagement.
Gießen – Neubauten, Aufstockungen, Sanierungen: Baulich steht das Flussstraßenviertel wegen der Maßnahmen der Wohnbau im Blickpunkt. Das Quartier ist Teil des Städtebauförderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“, ebenso wie der Eulenkopf und die Nördliche Weststadt, in der derzeit die Verstetigung angestrebt wird. Neu dabei ist die nördliche Innenstadt, für die das „Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK) entsteht. Die Margaretenhütte/südliche Lahnstraße gehört wiederum zum Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“. Wie also haben sich diese Quartiere durch die Programme entwickelt?
„Die Wohnumfeldqualität konnte durch Begrünungsmaßnahmen deutlich verbessert werden, soziale Infrastruktur wurde gesichert, Bildungsangebote wurden erweitert beziehungsweise der Gebäudebestand erneuert, Spiel- und Sportangebote und Teilhabemöglichkeiten, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche, wurden geschaffen, Maßnahmen im Verkehrsraum wurden umgesetzt – all dies führt zu einer Steigerung der Wohnqualität in einem Quartier beziehungsweise Stadtteil. Parallel dazu wurden durch die Wohnbau Gießen GmbH in allen Programmgebieten Wohnräume saniert, erweitert und neu geschaffen. Hier liegen für die Verbesserung der Wohnqualität gerade auch neue Chancen in der Parallelität von Städtebauförderung und Wohnungsbauförderung beziehungsweise zwischen Wohnumfeldmaßnahmen und Wohnungsbau“, teilt die Stadt auf Anfrage des Anzeigers mit.
Bürgerschaftliches Engagement
Unterwegs im Leimenkauter Weg: Linkerhand fällt der Blick auf das Gebiet mit Rotklinkersiedlung, auch Gummiinsel genannt. Wer das Quartier in den vergangenen Jahren beobachtet hat, weiß, dass dort schon lange Sanierungen der kleinen Häuser laufen, die die Wohnbau in diesem Jahr abschließen will. Auch diese Maßnahmen konnten mit Unterstützung des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ realisiert werden. Ein anderer Ort, das gleiche Programm: Wer mal am Runden Tisch Flussstraßenviertel teilgenommen hat, dürfte selbst erlebt haben, wie die Teilnehmer und Mitglieder Entwicklungen in ihrem Quartier diskutieren. Vom Großprojekt der Wohnbau über Sicherheitsfragen bis zur Sauberkeit steht vieles auf der Tagesordnung.
„Die Mittel der Städtebauförderung können sowohl für bauliche Investitionen als auch für investitionsvorbereitende sowie investitionsbegleitende Maßnahmen einschließlich der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements eingesetzt werden. Bund und Land beteiligten sich in der Regel jeweils mit einem Drittel an den förderfähigen Ausgaben. Die Kommunen tragen ebenfalls ein Drittel der Ausgaben“, heißt es auf der Internetseite Nachhaltige Stadtentwicklung in Hessen des hessischen Wirtschaftsministeriums. Die Förderung erfolge auf der Basis eines ISEK.
Ein besonderer Aspekt im „Sozialen Zusammenhalt“ sei das Quartiersmanagement für die Bewohner- und Akteursbeteiligung sowie als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Akteuren/Bewohnerschaft vor Ort: „In dem Städtebauprogramm kommt der Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Akteuren im Stadtteil – Träger sozialer Einrichtungen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Vereine et cetera – eine besondere Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund sind in allen Programmgebieten Quartiersgremien und Quartiersmanagement implementiert. Dabei geht es immer auch um Beteiligungsprozesse im Rahmen von städtebaulichen Fragestellungen“, erklärt die Stadt.
Angeprochen auf die soziale Durchmischung von Quartieren, die zuletzt etwa für das Flussstraßenviertel besondere Relevanz hatte, antwortet die Stadt, dass Fördermaßnahmen in Städtebauförderprogrammen nicht die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung regeln können. „Es ist aber in der Vergangenheit öfter vorgekommen, dass durch zum Beispiel die Förderung von Abbruch- beziehungsweise unrentierlichen Maßnahmen eine höherwertige Nachnutzung entstanden ist. Zum Teil wurden auch durch Investoren neue Wohngebäude mit und ohne Sozialbindung gebaut oder renoviert. Beispiele finden sich im Sanierungsgebiet Schanzenstraße/Mühlstraße.“
Konkrete Beispiele für umgesetzte Maßnahmen
Grundsätzlich ziele die Städtebauförderung im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ darauf, strukturell benachteiligte Gebiete aufzuwerten. Dies geschehe unter anderem durch die Verbesserung des Wohnumfeldes, die Weiterentwicklung und Sicherung von sozialen Einrichtungen und Bildungsinstitutionen, die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen sowie die Schaffung attraktiver Grünzonen mit hoher Aufenthaltsqualität und bewegungsorientierten Angeboten.
Als konkrete Beispiele für umgesetzte Maßnahmen nennt die Stadt für das Flussstraßenviertel die Errichtung eines Spielplatzes im Schwarzlachweg, die Anlage verkehrsabgewandter Kinderwege mit sieben Bewegungspunkten und das Rahmenkonzept für das Viertel durch das Büro Rittmannsperger. Beispiele für die nördliche Weststadt sind die Sanierung der Rotklinkersiedlung sowie die Freiraumgestaltung und die Errichtung des „Ortes der kulturellen Begegnung“. Oder auch die Gestaltung eines Teils der Außenanlage der Grundschule Gießen-West. Am Eulenkopf wurden Spielplatz und Bolzplatz neu gestaltet und das Quartierscafé im Heyerweg 27 renoviert. Der Bau eines neuen Quartierszentrums steht bevor. In der Margaretenhütte/südliche Lahnstraße wurden beispielsweise Wohnumfeldmaßnahmen wie die Umgestaltung der vorhandenen Müllplätze mit Eingrünung, Dachbegrünung und ergänzenden Bepflanzungen oder ein Graffitiprojekt in der Henriette-Fürth-Straße gefördert.
„Für das neue Programmgebiet nördliche Innenstadt wird derzeit ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung aufgestellt, was eine Maßnahmen- und Ideensammlung sowie Handlungsempfehlungen enthalten wird. Neben unterschiedlichen Bedarfserhebungen und Beteiligungsformaten wird es Ende August auch eine öffentliche Projektwerkstatt in der Walltorstraße 3 geben, in der die Teilnehmenden an Maßnahmenvorschlägen arbeiten und eigene Ideen einbringen können. Die Stadtverordnetenversammlung wird dieses Konzept im ersten Quartal 2027 beschließen können“, so die Stadt.
Anreize für private Eigentümer
In den erforderlichen Jahresanträgen auf Förderung würden anschließend die daraus abgeleiteten einzelnen Maßnahmen beantragt und könnten bei Genehmigung im Folgenden umgesetzt werden. Einzelne Maßnahmen könnten noch nicht verbindlich genannt werden. „Insgesamt zeigt sich auch in Fördergebieten, dass durch zum Beispiel Anreizprogramme für private Eigentümer (Unterstützung bei Modernisierungen oder Begrünungen) zusätzlich zu den Fördermitteln und öffentlichen Maßnahmen viel privates Kapital in den Gebieten investiert wird, was die gesamte Gebietsentwicklung sowie die städtebaulichen und sozialen Entwicklungsziele unterstützt.“
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Von Felix Müller
Stellen den neuen Holzwurm-Träger vor (von links nach rechts): Friederike Henn, Janina Preiss und Bettina Petry. © Felix Müller
Die AKTION Perspektiven übernimmt das Jugendzentrum in der Gießener Nordstadt, nachdem der CVJM die Trägerschaft aufgeben musste. Beim Offenen Treff sind 70 bis 75 Jugendliche angebunden.
Gießen – Zum 32. Bürgertisch hatte der Nordstadtverein ins Nordstadtzentrum eingeladen. Rund 30 bis 40 Interessierte waren gekommen, um sich über zwei Themen zu informieren, die für das Viertel von besonderer Bedeutung sind: den neuen Träger des Jugendzentrums Holzwurm sowie aktuelle Entwicklungen in den Programmen „Biwaq“, „Jugend stärken“ und „My Turn“. Durch den Abend führte Stadtteilmanager Lutz Perkitny, der betonte, wie wichtig stabile Strukturen für junge Menschen im Viertel seien. „Wenn wir im Viertel weiterkommen wollen, führt kein Weg an der Jugend vorbei“, betonte er.
Etablierter freier Träger
Der Holzwurm wurde jahrzehntelang vom CVJM Gießen betrieben, bevor der Verein Anfang des Jahres aus finanziellen Gründen die Trägerschaft aufgeben musste. Das Jugendzentrum stand damit vor dem Aus. Nun übernimmt die AKTION Perspektiven für junge Menschen und Familien die Verantwortung – ein in Gießen etablierter freier Träger der Jugendhilfe, der bereits mit der Beratungsstelle „Aktino“ im Viertel präsent ist.
Friederike Henn, pädagogische Leiterin der AKTION, stellte den neuen Träger vor und sprach von einem „großen Anliegen“ für die Nordstadt. Die AKTION sei seit Langem im Viertel aktiv und fühle sich der Nordstadt eng verbunden. Mit der Übernahme rücke die Jugendarbeit und Familienberatung künftig stärker zusammen. Der Holzwurm besteht aus zwei Bereichen: dem stationären Jugendzentrum und der mobilen Jugendarbeit „jugend@NORDPOL“. Beide sollen künftig enger verzahnt werden, um Ressourcen zu bündeln und Angebote auszubauen. Momentan wird das Jugendzentrum renoviert, die Wiedereröffnung ist für Mitte September geplant. Bestehende Angebote sollen erhalten bleiben, wie Bettina Petry und Janina Preiss vom Holzwurm erklärten. Dazu gehören der Offene Treff, Jungs- und Mädchentage, bewegungsorientierte Angebote, Schülerbetreuung sowie Ferien- und Freizeitaktionen. Die Nachfrage sei weiterhin hoch: An Jungstagen kommen bis zu 25 Jungen, an Mädchentagen 10 bis 15 Mädchen. Beim Offenen Treff sind insgesamt 70 bis 75 Jugendliche angebunden, etwa 30 bis 35 gleichzeitig vor Ort. Auch neue Ideen wurden eingebracht. Die Tanztrainerin Paola Breyzon de Paßberg, die im Publikum saß, schlug vor, Tanzangebote für Jugendliche einzuführen – etwa Hip-Hop. Der Vorschlag wurde von den Vertreterinnen des Holzwurms positiv aufgenommen. Perkitny hob hervor, dass dies ein gutes Beispiel dafür sei, wie Menschen aus der Nordstadt eigene Impulse einbringen und Synergien entstehen können.
Mehrere Besucher nutzten die Gelegenheit, sich für die Arbeit im Holzwurm zu bedanken. Eine Frau hob die vielen kostenlosen Angebote hervor, die Kindern zugutekommen. Ein Mann erinnerte sich an seine eigene Zeit im Jugendzentrum vor 25 Jahren: „Das Jugendzentrum hat mich wahrscheinlich auch vor dem ein oder anderen Blödsinn bewahrt.“
Programme für Bildung, Arbeit und Unterstützung
Im zweiten Teil des Abends stellten die Gäste die Programme „BIWAQ“, „Jugend stärken“ und „My Turn“ vor. Silke Paulsen und Joel Lorisch informierten über „BIWAQ“, ein vom Bund gefördertes Programm, das Menschen ab 18 Jahre beim Einstieg in Arbeit und Bildung unterstützt. Dazu gehören Berufsberatung, Hilfe beim Schreiben von Lebensläufen, digitale Bildung, Sprachförderung sowie Projekte zur Verschönerung des Wohnumfelds. Das Projekt „Draußen sitzen“, bei dem Sitzgelegenheiten im Viertel gemeinsam gestaltet werden, wird fortgeführt. In den vergangenen drei Jahren nahmen rund 300 Menschen am Programm „BIWAQ“ teil, über 70 konnten in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. Das Programm „Jugend stärken: Brücken in die Eigenständigkeit“ wurde von Elke Hopf vorgestellt. Es richtet sich an junge Menschen zwischen 14 und 26 Jahren, die Unterstützung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben benötigen. Die Themen reichen von Wohnen und Finanzen über Bildung und soziale Beziehungen bis hin zur Vermittlung zu Beratungsstellen. Besonders der Bereich Wohnen nehme viel Raum ein, da die Zahl jugendlicher Wohnungsloser bundesweit steige. In Gießen gehören dazu die mobile aufsuchende Sozialarbeit mit einem Beratungsbus sowie das Jugendbüro im Nordstadtzentrum. Auch das „Aktino Plus Müttercafé“, betreut von der AKTION, ist Teil des Programms und bietet jungen Müttern Unterstützung im Alltag.
Ragna Diemer-Yilan stellte das Projekt „My Turn – Perspektive Beruf“ vor, das sich speziell an Frauen mit Migrationsgeschichte richtet. Es bietet Einzelcoaching, Berufsberatung, Unterstützung bei der Jobsuche, Vermittlung in Weiterbildungen sowie Workshops zu Deutschförderung und digitaler Grundbildung. Das Frauencafé ermöglicht einen niedrigschwelligen Austausch zu Themen wie Beruf, Familie und Gesundheit. „Der Name des Projekts ist Programm“, so Diemer-Yilan. Zum Abschluss erinnerte Perkitny daran, die Angebote im Viertel weiter bekannt zu machen. Je mehr Menschen davon wissen, desto besser könne Unterstützung ankommen.
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