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Am Sonntag, den 14. Juni von 13 Uhr bis 16 Uhr findet im großen Saal des Erdgeschosses des Nordstadtzentrums ein Flohmarkt statt. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt.
Das Team des Nordstadtzentrums freut sich mit zahlreichen aktiven Bewohnern auf einen schönen Tag und hoffentlich viele Besucher.
Interessenten sind herzlich eingeladen!
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Von Rüdiger Schäfer
Bei sengender Hitze ist Eisiges heiß begehrt. © Rüdiger Schäfer
In Gießen feiern die Stadtteile Nord und nördliche Weststadt ihr jährliches Rübenfest am Christoph-Rübsamen-Steg. Die CDU lockt auf der Nordstadtseite mit Würstchen zum Schleuderpreis, die SPD serviert gegenüber Kaffee und Kuchen.
Gießen – Mit Rüben hat das „Rübenfest“ eigentlich nichts zu tun. Als Anleihe dient den Quartieren „hibb“ und „dribb“ der Lahn der Name Christoph Rübsamen. Nach ihm wurde der vor einem guten Jahrzehnt zur Landesgartenschau 2014 errichtete Steg benannt, der seitdem die beiden Stadtbezirke Gießen-Nord und Gießen-West verbindet. Dass jegliche Autos bei der Brückennutzung ausgesperrt sind, hat an dieser Stelle ausnahmsweise noch niemanden auf die Palme gebracht. Dabei müssen Kraftfahrzeuge nach wie vor einen Riesenumweg über die Sachsenhäuser Brücke in Kauf nehmen. Vorbehalten bleibt die Überquerung des Christoph-Rübsamen-Stegs allen, die nicht motorisiert sind.
Von Leuten für Leute
Nimmt man bei dem „Rübenfest“ eine Anleihe bei den Nahrungsmitteln – wie Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher in seiner Eröffnungsrede –, so sind Rüben ein Symbol für Bescheidenheit, Bodenhaftung, Unkompliziertheit. Historisch waren Rüben, vor allem Steckrüben, ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Kriegs- und Notzeiten. Also auch ein Symbol für Durchhaltevermögen, Überleben, Widerstandskraft. Und – weil Rüben tief im Boden wachsen – zudem ein Symbol für Verwurzelung, Stabilität, Verankerung in der Heimat. Ein Rübenfest wird so zu einem Fest „von Leuten für Leute“; ganz ohne Schnickschnack. Für Institutionen und Nachbarschaften steht ein solcher Name, um Nähe, Einfachheit und Gemeinschaft auszudrücken. Diese Attribute werden von vielen Menschen in der Nord- und nördlichen Weststadt tatsächlich gelebt.
Und all das spiegelt das „Rübenfest“ wider. Dazu kommt die Förderung der stärkeren Verbundenheit von Nordstadt und nördlicher Weststadt durch den Nordstadtverein unter Lutz Perkitny sowie vom Diakonie-Quartiersmanagement der Weststadt unter Annke Rinn. Zudem sind weitere Kooperationspartner mit vollem Einsatz und weiteren Angeboten dabei. Auch die Purik-Tanzgruppe mit Kinderschminken. Eine Fotobox lädt zu schönen Erinnerungen ein. Eine ganze Reihe von karitativen und Bildungsinstitutionen bieten an ihren aufgebauten Ständen vielerlei Informationen und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kleinen.
Gekommen ist zudem ausschließlich kommunale SPD-Prominenz. Allen voran Landrätin Anita Schneider, die das Digitalmobil des Landkreises mitgebracht hat. Zudem Sozialdezernent Francesco Arman, seine Vorgängerin und jetzige Hochbaudezernentin Astrid Eibelshäuser sowie das Nordstadtgewächs Frank Walter Schmidt, der – noch – amtierende Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Bildung und Kultur.
Würstchen zum Schleuderpreis
Wiederum haben es sich zwei der großen Stadtparteien nicht nehmen lassen, auf dem „Rübenfest“ präsent zu sein. Auf der Nordstadtseite wird Deftiges angeboten. Die CDU preist hier Würstchen zum Schleuderpreis von einem Euro an. Da aus Rüben Zucker gewonnen wird, werden auf der Westseite beim „Rübenfest“ zum Kaffee mit Kuchen und Stückchen nur süße Sachen kredenzt – dargeboten von der SPD. Bei sengender Hitze heiß begehrt: mannigfaltig eisig Süßes des Eis-Trucks.
Im vorvergangenen Jahr wurde das erste „Rübenfest“ anlässlich des zehnten „Geburtstags“ des Christoph-Rübsamen-Stegs zelebriert. Aufgrund der positiven Resonanz entschieden die Veranstalter, fortan jedes Jahr rund um die Brücke gemeinsam mit den Menschen aus der Gießener Nord- und nördlicher Weststadt zu feiern. Dass auf der Nordstadtseite des Stegs wie im vergangenen Jahr mehr Gewimmel herrscht, hat zwei Gründe. Erstens liegt der Rand der Nordstadt fast direkt am Steg, während das im Westen nicht ganz der Fall ist. Zweitens gibt es außer den Quartiersmanagements „hibb“ und „dribb“ in der Nordstadt noch den rührigen Nordstadtverein mit seinem Zentrum in der Reichenberger Straße.
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Das diesjährige Brückenfest von Nord- und Weststadt findet am Freitag, den 29. Mai zwischen 14:30 Uhr und 18 Uhr an beiden Enden der Brücke statt. Die Diakonie der Gemeinwesenarbeit in der Weststadt bietet an der Westseite der Brücke süsse Speisen und der Nordstadtverein an der Nordstadtseite Würstchen an. Zudem sind weitere Kooperationspartner mit vollem Einsatz und weiteren Angeboten dabei.
Der Nordstadtverein freut sich auf ein entspanntes Fest mit vielen Gästen in gemütlicher Atmosphäre!
>> alle weiteren Informationen entnehmen Sie bitte den angehängten Flyern!
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Ingrid Walpert und Karin Herrmann waren ehrenamtlich am Nordstadtbeitrag zur Kulturnacht aktiv. © Nordstadtverein e.V.
DANKE für einen gelungenen Beitrag der Gießener Nordstadt zur Kulturnacht am Samstagabend!
Wir als Nordstadtverein danken gemeinsam mit der Gesamtkirchengemeinde Gießen Nord und Pfarrerin Jutta Becher allen Teilnehmern, Partnern, Beteiligten und Unterstützern für eine schöne Kulturnacht am Samstagabend auf der Bühne vor dem Nordstadtzentrum. Es war uns ein Vergnügen - so wie hier auf dem Bild zu sehen ist.
Am Samstag, den 16. Mai 2026, von 18:00 Uhr voraussichtlicht bis 24:00 Uhr ist es soweit. Die Nordstadt wird Teil der 2. Gießener Kulturnacht. Von 18 - 21:30 Uhr wird auf der Bühne des Nordstadtzentrums Programm geboten, moderiert durch Robel Ambaye. Ab 21:30 - 24 Uhr finden dann weitere Programmpunkte in der Pauluskirche statt.
Wir freuen uns auf eine schöne stadtteilübergreifende Veranstaltung und stehen für Fragen gerne zur Verfügung!
Fragen zur Veranstaltung werden Ihnen gern im Nordstadtzentrum unter 0641/9699788-0 beantwortet.
Alles Weitere entnehmen Sie bitte dem Flyer unterhalb.
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Von Rüdiger Schäfer
Hinter dem ersten, dritten und fünften Wohnhaus sollen auf der weitläufigen grünen Wiese im Abstand von drei bis fünf Metern neue Wohngebäude errichtet werden. © Rüdiger Schäfer
Die Sanierung verzögert sich um Jahre. Ex-Stadtverordneter Janitzki befürchtet, dass steigende Mieten die Bewohner verdrängen werden.
Gießen – „2016 habe ich im Stadtparlament dem Projekt Flussstraßenviertel zugestimmt. Nun sollte es eigentlich abgeschlossen sein. Doch erst jetzt wird damit begonnen.“ Michael Janitzki (Die Linke), bis 2021 Stadtverordneter, wohnt zwar nicht in der Nordstadt, doch es war ihm ein dringliches Anliegen, beim Runden Tisch des Flussstraßenviertels im Nordstadtzentrum dieses Statement abzugeben.
Wohnbauchefin Dorothee Haberland stellte die Planung vor. 2023 sei eine beauftragte Planungsgesellschaft zum Ergebnis gelangt, alle Häuser, die allesamt aus den 30er und 50er Jahren stammen, abzureißen. Haberland: „Es gibt viele Gebäude, die jedoch modernisiert werden können.“ Dies betreffe nicht die sechs Bestandsgebäude, die ab September abgerissen werden sollen – vier dreieinhalbstöckige Mehrfamiliendoppelhäuser auf der stadtauswärts rechten Seite der Werrastraße und im Schwarzlachweg die zwei westlich der Werrastraße stehenden.
Der Leerstand der Wohnungen sei seit Jahren hoch. Schadstoffuntersuchungen seien inzwischen abgeschlossen. Die Zuschlagserteilung ist für September 2026 vorgesehen. Die Abbrucharbeiten sind vom Entmietungsstand abhängig. 50 der insgesamt 84 Wohnungen stünden bereits leer. In der Werrastraße 2 bis 8 seien noch zwei Einheiten bewohnt, in 10 bis 16 noch 22 und im Schwarzlachweg 41 bis 47 noch zehn.
Vier Vollgeschosse
Die insgesamt fünf Gebäudekörper werden jeweils vier Vollgeschosse aufweisen. Eine vorgesehene Unterkellerung sei den relativ hohen Kosten dafür geschuldet. „Im Sommer 2027 wird voraussichtlich der Bau starten. 2029 wollen wir mit dem Projekt fertig sein“, so Haberland. 123 Wohneinheiten sind geplant. Gebaut wird barrierefrei mit Aufzug im Effizienzhaus-Standard EH 40. Die neuen Gebäudefronten werden in der Werrastraße einige Meter weiter als bisher von der Straße zurückgesetzt, um Stirnparken zu ermöglichen. Auch in den Innenhöfen ist an Parkplatzflächen gedacht. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen gibt es keine Tiefgaragen. Das Mobilitätskonzept beinhalte „Carsharing und Fahrrad“.
Dagegen sollen auf der anderen Seite der Werrastraße die fünf zweieinhalbstöckigen gleichartigen Wohngebäude saniert werden. Hier werden Dachgeschosse abgerissen und zwei Stockwerke mit abschließendem Flachdach aufgestockt. Bei jedem zweiten der fünf Häuser wird im Abstand von drei bis fünf Metern dahinter ein Neubau errichtet, per Aufzug mit dem vorderen Haus verbunden, sodass die Wohnungen auch im Vorderhaus barrierefrei zugänglich sind.
Im zweiten und vierten Wohngebäude ist dies dann nicht der Fall. Laut Zeitplan soll 2026 begonnen werden, das Projekt vorzubereiten. Im Gebäude in der Werrastraße 17/19 soll serielles Sanieren getestet werden. Dabei werden Fassaden-, Dach- und Haustechnikmodule im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert, was die Bauzeit drastisch verkürzt. Habermann zur Nachfrage zu den Entmietungen: „Wir haben momentan gottseidank genügend Alternativwohnungen.“ Dringend sanierungsbedürftig, jedoch nicht sanierungsfähig, sind auch die beiden großen Flachdachbauten im Asterweg/Ecke Schwarzlachweg. Die sollen, so Haberland, 2029 abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden.
Wohnungsmix
Wenn dichter bebaut werde, ziehe dies weniger Fläche für Autos nach sich. Wie damit umgehen? Die Wohnbauchefin führte dazu „Carsharing, zu Fuß und Lastenbikes“ an. Ein Beratungsunternehmen habe ein umfassendes Sozialkonzept vorgestellt, „das einen ausgewogenen Wohnungsmix für unterschiedliche Einkommensgruppen vorsieht“. Dies bedeutet ein Durchmischen der vorhandenen Bevölkerungsstruktur mit Menschen mit dickerem Geldbeutel.
Dies rief Janitzki erneut auf den Plan. Statt diese zu verhindern, werde damit der Gentrifizierung Tür und Tor geöffnet, einer sozioökonomischen Aufwertung städtischer Wohngebiete durch Sanierungen und den Zuzug einkommensstärkerer Gruppen. Dabei steigen Mieten und Lebenshaltungskosten, was zur Verdrängung der ursprünglichen, oft einkommensschwächeren Bevölkerung führt. Typisch dafür sind ein Wandel der Infrastruktur, bauliche Modernisierungen und Verlust ursprünglichen sozialen Charakters. Für die zunehmende Anzahl an Single-Haushalten mit unterem Einkommen müssten ausreichend Wohnungen bereitgestellt werden. Janitzki sieht ein Fortscheuchen der derzeitigen Bewohner aus dem sanierten Quartier, in dem die Mietpreise nicht mehr mit dem derzeit niedrigen Niveau Schritt halten.
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